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Das Wasserstraßenkreuz Minden
- wo Mittellandkanal und Weser queren
  

Wasserstraßenkreuz in Minden
 

13 Meter über dem mittleren Wasserspiegel der Weser und zehn Meter über den Weserwiesen kreuzt der Mittellandkanal fast mitten in der Stadt Minden über die Weser.

1914 wurde die erste Kanalüberführung nach fast dreijähriger Bauzeit fertiggestellt. 370 Meter lang überbrückt die Kanalbrücke die Weserwiesen und das eigentliche Flussbett. 24 Meter breit ist der Trog dieser Brücke. Drei Meter beträgt die Wassertiefe. Eine mit Asphaltpappe beklebte, zwei Millimeter dicke Bleihaut dichtete den Trog ab. Aufgetragen wurde zudem eine zehn Zentimeter dicke Tonschicht. Darauf gelagert waren acht Zentimeter dicke Stahlbetonplatten.

Am 4. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, geschieht das Unfassbare. Die Strombögen der Kanalüberführung werden zerstört. Von deutschen Truppen, die vor den Alliierten zurückweichen. Große Teile des Kanalbeckens laufen trotz der Sperrtore, die heruntergelassen werden können, aus und überfluten das nahe Umland.

Umflutkanal ersetzt Kanalüberführung

 

Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Bau eines so genannten Umflutkanales begonnen, über den ab April 1946 die Schifffahrt in Ost-West-Richtung wieder aufgenommen werden konnte. Ein Jahr später begannen die Arbeiten für die Wiedererrichtung der Kanalüberführung. Fertigteile aus Stahlbeton wurden jetzt eingesetzt. Am 18. Februar 1949 konnte die Weserquerung für die Schifffahrt freigegeben werden. 1987 wurde die alte Kanalbrücke zum Baudenkmal.

Mit den Jahren wuchsen die Schiffe. Die alte Überführung reichte schließlich nicht mehr für die neuen Großmotorgüterschiffe und Schubverbände aus. So wurde im Rahmen des Ausbaues des Mittellandkanales Ende 1993 mit dem Bau einer neuen Kanalüberführung über die Weser begonnen. 42 Meter breit wurde der Trog der neuen Querung angelegt. Vier Meter tief steht jetzt das Wasser.

Die neue Kanalüberführung wurde parallel zur alten Querung angelegt. 85 Millionen Mark teuer bestimmt jetzt ein stählerner Kanaltrog mit 341 Meter Länge das Aussehen. Im August 1998 gab der damalige Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) die neue Überführung für die Schifffahrt frei. Der alte Trog steht seither nur noch dem Wassersport zur Verfügung.

Schachtschleuse verbindet die Wasserstraßen

 

Die Verbindung zwischen Mittellandkanal und Weser wird über eine Schachtschleuse ermöglicht, die nordwestlich in unmittelbarer Nähe der Kanalüberführung liegt.

Ebenso wie die alte Kanalüberführung wurde die Schachtschleuse in den Jahren 1911 bis 1914 errichtet. Die Kammer, in der die Schiffe vom Kanal zur Weser abgesenkt beziehungsweise von der 13 Meter tiefer liegenden Weser zum Kanal gehoben werden, ist 85 Meter lang und zehn Meter breit.

Ein ausgeklügeltes System von so genannten Sparbecken nimmt beim Abwärtsschleusen der Schiffe einen Großteil des Schleusenwassers auf. Mehr als 7.000 Kubikmeter Wasser nehmen die 16 Becken auf. Rund 4.000 Kubikmeter Wasser werden in die Weser abgelassen. Etwa sieben Minuten dauert die Schleusung eines Schiffes.

Beim Heben der Schiffe in der Schachtschleuse wird das Wasser aus den Sparbecken zurück in die Kammer gedrückt. Die fehlenden 4.000 Kubikmeter Wasser werden dem Mittellandkanal “abgezapft”. Ein 63 Tonnen schweres Hubtor schließt die Schachtschleuse zum Schleusenarm der Weser hin ab. Ein weiteres Stahltor, als Klapptor ausgelegt, bildet die Wassersperre zwischen Schleuse und Mittellandkanal. Ein Pumpwerk auf der südlichen Mittellandkanal-Seite führt der künstlichen Wasserstraße aus der Weser Wasser zu. 1987 wurde die Schachtschleuse unter Denkmalschutz gestellt.

 

Neues Hebewerk kostet 70 Millionen Euro

 

Bis Ende 2013 soll nun eine neue Schleuse errichtet werden, die auch den so genannten Europaschiffen Platz bietet. Rund 70 Millionen Euro investiert der Bund in dieses Projekt, das auch erhebliche Wassermengen beim Schleusen einsparen soll. Die neue Schleuse wird östlich des alten Hebewerkes errichtet, das nach Inbetriebnahme der neuen Anlage aber weiter Schiffe heben und senken soll.

Eine weitere Verbindung zwischen Mittellandkanal und Weser stellen die Ober- und Unterschleuse östlich der Kanalbrücke dar. Die Oberschleuse wurde zwischen 1911 und 1914 gebaut, die Unterschleuse 1925 freigegeben.

Weitere Informationen beim Wasser- und Schifffahrtsamt Minden

 

 

Die neue Schleuse entsteht östlich des alten Hebewerkes

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